TSF Heuchelheim

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Michael Tasch, ein stiller Held

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Quelle: http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Sport/Lokalsport/Artikel,-Michael-Tasch-ein-stiller-Held-_arid,600712_regid,1_puid,1_pageid,115.html

 

Michael Tasch, ein stiller Held

Er ist einer der stillen Helden, die in der Jugendarbeit des Sportes unentbehrlich sind: Michael Tasch arbeitet seit Jahren still und leise bei den TSF Heuchelheim.

Den G-Jugendlichen ruft Michael Tasch zu: »Ihr alle seid eine Mannschaft.« Die Vier- bis Sechsjährigen wollen den Ball. Alle. Ein Zusammenspiel muss noch gelernt werden. Und wenn die Kugel abgegeben wird, dann zum Freund oder zu demjenigen, der am lautesten ruft. Auf den Trainer der Heuchelheimer Fußball-Bambini wartet noch viel Arbeit. »Bei den Kleinen muss man immer wieder bei null anfangen«, berichtet Tasch, dessen Engagement für den Jugendfußball den Verantwortlichen in den TSF Heuchelheim um Fußball-Abteilungsleiter Dr. Ulrich Faßl nicht verborgen geblieben ist. Und so wurde Michael Tasch für den Wettbewerb »100 stille Helden – Jugendtrainer 2015« gemeldet. Insgesamt 1000 Vorschläge gingen bei Komm-Mit ein, und 100 von diesen, die von einer Jury unter der Leitung des DFB-Trainers Erich Rutemöller ausgesucht wurden, werden vom 19. bis zum 23. Oktober an einer Bildungsreise nach Spanien teilnehmen, zu der Komm-Mit die betreffenden Jugendtrainer einlädt. Einer von diesen 100 wird Michael Tasch sein.


Für Michael Tasch ist die Reise freilich kein Neuland. »Vor zwei Jahren war ich schon in Barcelona, selbst finanziert. Da sind gute Referenten«, berichtet der TSF-Nachwuchstrainer. »Es ist eine gute Weiterbildung, allerdings wird diese vom Verband nicht anerkannt.« Dennoch freut sich Tasch auf die eine Woche in Barcelona: »Es ist schön, dass ich ausgewählt wurde, und das macht mich auch ein bisschen stolz.«

Dabei ist es gar nicht selbstverständlich, dass Tasch als Jugendtrainer arbeitet. »Ich bin eigentlich nur durch Zufall da reingeraten«, berichtet er. »Ich habe 40 Jahre lang Fußball gespielt, bis hin zur Gruppenliga bei Eintracht Wetzlar. Nachdem ich aufgehört hatte, hat mein Sohn angefangen. Wir sind zu einem Verein gegangen, bei dem der Trainer irgendwann aufgehört hat. Da wurde ich gefragt: Du hast doch lange Fußball gespielt ...« Der erste Schritt war somit getan. Und irgendwann war Michael Tasch mit seiner Arbeit nicht mehr zufrieden. »Es kann doch nicht sein, habe ich mir gesagt, dass du das Erwachsenentraining auf die Kinder ummünzt!« Sein Entschluss stand fest: Er machte den Trainerschein. »Ich wollte schließlich wissen, wie man die Kinder richtig trainiert.« Die Lizenz hat er in Abendkursen erworben. »Ansonsten hätte ich wegen des Lehrgangs in Grünberg eine Woche Urlaub nehmen müssen. So musste ich eben ein paar Abende opfern.« Doch mit den Erwerb der Lizenz sind nicht alle Probleme gelöst. »Ich arbeite bei der Post im Schichtdienst, auch samstags. Manche Trainerkollegen haben es nicht verstanden, wenn ich Spiele verlegt haben wollte.« Inzwischen ist der Atzbacher ein Jugendtrainer mit Leib und Seele: »Viel Geld bekommt man nicht, und ich hänge das gleich wieder in die Jugend rein, zum Beispiel für die Weihnachtsfeier, dann kaufe ich Süßigkeiten, oder wenn wir mal gut gespielt haben, lade sich sie zu McDonald’s ein. Das sind so Sachen, mit denen man die Kinder bei Laune hält. Das gehört dazu, man muss ein bisschen investieren.« Allerdings gibt Michael Tasch zu, dass »es mir natürlich auch Spaß« macht.

»Mit den Kleinen wird von den lizenzierten Trainern am wenigsten gemacht, obwohl gerade sie dahin gehören«, übt Tasch Kritik an der Förderung der jüngsten Nachwuchsfußballer. Immer wieder übernehmen Eltern das Training, und dabei machen sie »oft den Fehler, den Kleinen das Ballspielen beizubringen. Sie machen zum Beispiel Passübungen und damit etwas, was den Kleinen langweilig ist«. Nach Ansicht von Michael Tasch kann man das den Kindern anders beibringen, und auch so, dass das Interesse geweckt wird. »Ich habe schon genügend Bambini großgezogen, und ein paar von denen, die ich trainiert habe, spielen jetzt in der Gruppenliga. So kann ich nicht alles verkehrt gemacht haben.« Das sieht man auch an anderer Stelle genauso.