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Heinz-Lindner Preis

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Heinz-Lindner-Preis für TSF Heuchelheim und TSV Klein-Linden

Von Albert Mehl
Einen ersten Preis bei der Verleihung des Heinz-Lindner-Preises holen die TSF Heuchelheim. Bei der Siegerehrung von Llnks
Sportkreis Vorsitzender Heinz Zielinski, Wolfgang Schleer, Christine Lenke (beide TSF Heuchelheim), Minister Peter Beuth,
Landessportbund -Präsident Rolf Müller, Staatssekretär Wolfgang Dippel, Christina Lindenstruth, Jonathn Kollmar,
Elias Monden (alle TSF Heuchelheim)

FRANKFURT - Die 38. Verleihung des Heinz-Lindner-Preises war eine besondere in der langen Geschichte der Auszeichnung des Landessportbundes Hessen (LSBH). Davon kündete schon allein die Gebärden-Dolmetscherin vorne rechts auf der Bühne. Die Verleihung stand erstmals unter dem Motto "Sport und Inklusion". Erfreulich aus mittelhessischer Sicht: Mit der Tischtennis-Abteilung der TSF Heuchelheim und den ID-Fußballern des TSV Klein-Linden waren auch zwei heimische Vertreter unter den neun geehrten Vereinen auf der Bühne.

Durch das besondere Thema waren auch erstmals zwei hessische Ministerien in der Landessportschule in der Otto-Fleck-Schneise als Preisgeber in Frankfurt vertreten. Neben dem Ministerium des Innern und für Sport, vertreten durch den Minister Peter Beuth, auch das Ministerium für Soziales und Integration, für das Staatssekretär Wolfgang Dippel an der Preisverleihung teilnahm. Da die Politiker einen Zuschuss von 5000 Euro mitgebracht hatten, konnten erstmals 15 000 Euro an die jeweils drei Preisträger in den nach Vereinsgröße gestaffelten Kategorien verliehen werden.

Darüberhinaus wies Minister Beuth darauf hin, dass die Politik erkannt habe, "dass der Sport Motor der Inklusion sein kann", wozu in seinem Ministerium ein besonderes Referat eingerichtet worden sei. Die "Sensibilisierung für die Thematik" sei auch beim Landessportbund gegeben, betonte dessen Präsident Rolf Müller, weshalb der LSBH den Vereinen viel Hilfestellung leisten können. Dabei freute er sich ganz besonders über die gute Resonanz von 37 Bewerbungen - "ein unglaublich guter Erfolg".

Jury-Vorsitzender und LSBH-Vizepräsident Ralf-Rainer Klatt gab zu bedenken, dass Inklusion eine neue Aufgabe für die Vereine darstelle, auch wenn viele von ihnen schon integrativ gearbeitet hätten. Allerdings müsse man sehen, dass Inklusion ein Thema der Sportentwicklung sei. "Da darf man sich Zeit lassen, um es dauerhaft in den Vereinen zu etablieren."

Gemessen an diesen Worten sind die TSF Heuchelheim ihrer Zeit voraus, die in der Kategorie Vereine ab 1500 Mitgliedern den ersten Preis erhielten und sich damit über 2500 Euro freuen können. Denn wie Christine Lenke von der Tischtennis-Abteilung der Turn- und Sportfreunde berichtete, "hat sich sehr, sehr viel getan in nicht einmal zwei Jahren". Es sei ein regelrechter Boom festzustellen, in der Abteilung spielten schon 14 ("bald 15") Behindertensportler, erzählte sie. TSF-Vorsitzender Wolfgang Schleer ergänzte, dass diese Initiative "uns weit nach vorne gebracht" habe und auch die Mitglieder aus den anderen Abteilungen mitziehen würden.

Ähnlich sieht es beim TSV Klein-Linden aus, der in der Kategorie Vereine mit 500 bis 1500 Mitgliedern den dritten Preis erhielt und mit 1000 Euro bedacht wurde. Auch hier hat sich innerhalb kurzer Zeit eine Fußball-Mannschaft für Menschen mit intellektuellen Defiziten etabliert. Doch damit nicht genug, wie Ruben Ebenig, einer der Trainer und Verantwortlichen beim TSV, erläuterte. Auch wenn die Mannschaft in der Hessenliga des Hessischen Behinderten- und Rehabilitations-Sportverbandes (HBRS) eifrig mitspielt, soll das noch nicht genug sein. "Das ist nicht ganz so inklusiv", gab Ebenig zu. Deshalb plane man für die nahe Zukunft, ein neues Ligasystem zu schaffen, in dem richtig inklusiv gespielt würde. Interessenten gebe es schon genug. "Und die Spieler freuen sich riesig", berichtete der Klein-Lindener. Weshalb die 38. Verleihung des Heinz-Lindner-Preises noch länger nachhallen dürfte.

Quelle: Giessener Anzeiger vom 22.05.2017