75 Jahre HLV und 75 Jahre Leichtathletik Abteilung in Heuchelheim
Die Gründung

Heute vor 75 Jahren, am 2. Februar 1947, mündete die Arbeit der Männer der ersten Stunde in der Gründung des Hessischen Leichtathletik-Verbandes.

WIE ALLES BEGANN

Am 27. Oktober 1945 trafen sich Dr. Max Danz, Valentin Reisdorf, Heinz Karger, Paul Ceynowa, Bruno May, Kurt Koch und Karl Breuermann in der Gaststätte Schmidt in Frankfurt zur Vorbereitung eines Fachausschusses Leichtathletik.

Mit Genehmigung der Militärregierung der USA kommt die Fachgruppe Leichtathletik im Landessportbund Hessen am 21. März 1946 zusammen. Die 30 Teilnehmer der Tagung, aus zehn hessischen Städten, wählen einen kommissarischen Fachgruppenvorstand unter dem Vorsitz von Dr. Max Danz (Kassel). Paul Ceynowa (Frankfurt am Main) wird mit der Geschäftsführung beauftragt.

Neben dem sportpolitischen Aufbau des Sports und der Fachgruppe Leichtathletik in Hessen wird der Sportbetrieb aufgenommen. Bereits am 4. August 1946 – eine offizielle Leichtathletik-Organisation gab es noch nicht – finden die 1. Hessischen Meisterschaften der Männer und Frauen im Frankfurter Waldstadion statt.

Bereits drei Wochen später ist das Frankfurter Waldstadion am 24./25. August 1946 die Austragsstätte der 1. Deutschen Meisterschaften der Männer und Frauen. Vier Titel der Meisterschaft gehen nach Hessen. Friedel Pfeiffer gewinnt die 100m, Heinz Ulzheimer die 800m, Bernd Naumann den Hochsprung und Änne Hagemann im Diskuswurf.

Am 2. Februar 1947 ist es dann soweit, der 1. Verbandstag mit der Gründung des HLV findet in Bad Nauheim statt. An dem Verbandstag nehmen 69 Teilnehmer aus 65 Vereinen teil. Zum ersten Vorsitzenden des Hessischen Leichtathletik-Verbandes wird Dr. Max Danz gewählt.

Diesen Einblick in die Gründerjahre hat uns Alfred Diefenbach (HLV-Präsident von 1959 - 1978), ein Kenner der Hessischen Leichtathletik, in seinem Artikel zum 50-jährigen Jubiläum des HLV gegeben.

Aus Heuchelheimer Sicht ist dem Einblick hinzuzufügen, dass zwei Männer aus Heuchelheim die Grundlagen für die Einrichtung der Sportverbände und hier natürlich auch der Leichtathletik durch ihren Einsatz in die Wege leiteten.

Im engeren Sinne begann diese Geschichte im Frühsommer 1945 in Heuchelheim und handelte vom Wunsch einer Handvoll Kinder, die nicht nur unter sich, sondern auch wieder einmal gegen die “Jungs aus Kinzenbach“ Fußball spielen wollten. Bis dahin waren von den Besatzungsmächten alle vereinsmäßigen sportlichen Aktivitäten verboten.

Hier kommt nun ein Mann ins Spiel, der für die zukünftige Entwicklung des Sports im Kreis Gießen entscheidende Bedeutung erlangen sollte. William Reinert, den es im Krieg von Wien nach Heuchelheim verschlagen hatte und der sich um die Kinder im Ort kümmerte. Reinert, der bei den Amerikanern beschäftigt war, sprach beim Oberkommandeur der Amerikaner vor, mit der Bitte ein richtiges Spiel gegen die Kinzenbacher durchführen zu dürfen.
Dieser lehnte das ab und forderte, er möge erst ein brauchbares Konzept für einen Neuaufbau des Sportes erarbeiten. William Reinert war schnell zu Wege und legte drei Tage später einen Plan vor, der so gut ankam, dass das Spiel genehmigt und eine Lizenz für die Gründung eines Sportverbandes ausgestellt wurde. Er fand auf die Schnelle im Sportlehrer und Leichtathleten Rudi Fischer noch einen Mitstreiter, unter dem der heutige Abteilungsleiter noch trainieren durfte.

So nahm die oben beschriebene Geschichte ihren Lauf und bei der Gründung des HLV waren auch Vertreter der TSF Heuchelheim anwesend.Somit lässt sich auch die Gründung der Leichtathletik-Abteilung bei den TSF Heuchelheim auf das Jahr 1947 belegen.

Hans Muhl